Bewertung und Vermögensbesteuerung

Fachleitung: Nicole Richter

Das Bewertungsrecht befasst sich im Wesentlichen mit der Bewertung von Grundbesitz (Betriebe der Land- und Forstwirtschaft, unbebaute und bebaute Grundstücke). Dabei ist zwischen der Einheitsbewertung und der Bedarfsbewertung zu unterscheiden.

An der Landesfinanzschule wird in erster Linie die Einheitsbewertung unterrichtet.
Der Einheitswert bezeichnet einen einheitlichen Wert, der als selbstständige Besteuerungsgrundlage für mehrere Steuerarten (zurzeit Grundsteuer und Gewerbesteuer) von Bedeutung ist. Es wird jedoch nicht von aktuellen Grundbesitzwerten, sondern von den Wertverhältnissen zum 01.01.1935 (neue Bundesländer) bzw. 01.01.1964 (alte Bundesländer) ausgegangen.

Die Bedarfsbewertung orientiert sich an aktuellen Grundbesitzwerten und ist für die Erbschaft-/Schenkungsteuer und die Grunderwerbsteuer von Bedeutung.


Beispiel zur Ermittlung eines Einheitswerts (verkürzte Darstellung):

Zum 01.01.2013 ist der Einheitswert eines unbebauten Grundstücks in Königs Wusterhausen zu ermitteln.

Das rechteckig geschnittene Grundstück hat eine Straßenfront von 30 m und eine Tiefe von 40 m. Laut Bodenrichtwertkarte zum 01.01.1935 beträgt der Bodenwert 5 DM je m².
Das Grundstück ist von einer Mauer umgeben (Wert der Mauer nach den Wertverhältnissen vom 01.01.1935 = 250 DM).

Berechnung des Einheitswerts:

Grundstücksgröße:                           30 m x 40 m = 1.200 m²
Bodenwert (01.01.1935 ):                 1.200 m² x 5 DM je m² = 6.000 DM
Wert der Außenanlagen (Mauer)                                                    250 DM

Summe:                                                                                            6.250 DM
Abrundung gem. § 30 Bewertungsgesetz                                 6.200 DM
Einheitswert:                                                                                    3.170 €